unser Leben auf 12 Metern

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smueller

Alle Wanten und Stagen wurden ersetzt. Tiptoppe Arbeit. Leider haben die die eingezogenen Führungsleinen nicht überlebt. Daher müssen die Äfflein steigen und die Leinen in den Mast einziehen. Danke Lisa für Deine Stunde in luftiger Höhe!

Die Planungswoche ist vorüber, die Arbeiten können beginnen.
Ich habe mir eine nette Sperrholzplatte besorgt, Mahagoni-Sapeli um genau zu sein. Daraus hab ich mir ne noch viel nettere neue Front für die Naviecke gebastelt. 3-Teilig um einen Zugang zum Ladegerät und Wechselrichter zu haben. Zur Zeit kommt die neue Innenfarbe auf die Front, ein schönes, dunkles Mahagonibraun. Zusammen mit den hellen Farben der Decke und der Wände gibt das sicher ein sehr schöner Kontrast.

11 Laufmeter Gisatex Amaree Musc in Champagner und weiss sollen die Achterkabine Steuerbord wohnlicher machen. Die Bestellung der Ware am Vortag der Euro-Mindestkurs-Aufhebung ergab noch ca. 14% unvorhergesehener Rabatt.
Das neue E-Panel ist ebenfalls unterwegs, nun fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten und Fabian und ich können am 28.1. in den Flieger steigen.

Mehr in Kürze…

Hallo ihr Lieben, die ihr diesen Blog verfolgt.

am 17.12. war es endlich so weit, ich bestieg meinen Flieger nach Athen. Unspektakulärer Flug (bis auf die Beinfreiheit)IMG_0035-0.JPG

, anschliessend Mietwagen übernehmen und in strömendem Regen Richtung Kilada fahren…

Ich hatte mich vorbereitet und so fuhr ich in Elefsina von der Autobahn um den naheliegendsten Praktiker-Markt aufzusuchen. Ich benötigte noch etwas Material wie Pinsel, Lack, Schleifpapier etc. was man halt so braucht.

Es gibt viele Arten, sich umzubringen, aber bei Wolkenbruch in einem Kleinwagen (Suzuki Atos) auf einer griechischen Autobahn in der Mitte zu fahren ist vermutlich die sicherste, links fahren sie mit 140, rechts 100 km/h weniger.

Völlig fertig erreichte ich nach dem Besuch im Lidl Stanfali. Es war schon ziemlich dunkel, zum Glück fand ich rasch eine Leiter, Strom wurde gelegt und etwas kleines gegessen.

Meine Plan für die folgenden Tage sah die finale Planung der Elektroverteilung, der Kabelführung und des Schaltpanels und erste Arbeiten vor. Falls die Zeit noch reichte, sollten verschiedene Holzgegenstände noch probeweise mit neuem Lack versehen werden. Zuerst aber musste das wichtigste Gadget eingebaut werden:

Die Gasdruckfedern für die Niedergangstreppe! So gross die Freude im Moment war, so unentbehrlich würden sie sich im Verlauf der Arbeiten entpuppen…

Gemäs meiner vorläufigen Planung wollte ich alle elektrischen Geräte und Verschaltungen hinter der Verkleidung am Naviplatz installieren. Dort hatte es nach der Inspektion im Herbst noch genug Platz für das Ladegerät, einen Wechselrichter und die Elektroverteilung.

Donnerstag, 18.12.2014

Am Donnerstag begann ich daher mit der Planung der Naviecke. Ich entfernte zuerst das Elektropanel. Alle Drähte wurden entsprechend beschriftet und die zur Zeit nicht benötigten zur Seite gelegt. Zum Schluss waren nur noch der Kühlschrank, die Wasserpumpe, das Salonlicht und die 12V Steckdose in Betrieb. Nach kurzem Vermessen fasste ich mir ein Herz und demontierte die komplette Front. Da lag sie nun, die neue Elektronische.DSC03454DSC03470  DSC03455

Nachdem ich die erste Zerstörung durchgeführt habe, wandte ich mich dem Check der Verkabelung, der Kabelwege und so weiter zu. Dabei fand ich ein paar Kabel, die offensichtlich nicht mehr verwendet wurden. Andere waren hinter der Deckenverkleidung versteckt. Um die ganze Verkabelungspracht überblicken zu können und um die Ursache des Wackelkontaktes in den Achterkabinen ermitteln zu können, demontierte ich die Verkleidungen und sah historische Kabeleien aus verschiedenen Epochen.DSC03473 DSC03468 DSC03458 DSC03457

Für heute hatte ich bereits genug gesehen und wollte früh ins Bett.DSC03485

DSC03460Freitag, 19.12.2014

Ich bin ja mit dem Vorsatz nach Griechenland gereist, die Kabel auf dem Schiff in Ordnung zu bringen. Dabei war ich aber nicht darauf vorbereitet, gleich das ganze Schiff neu zu bauen… ok, ganz so schlimm ist es doch nicht. Ich habe im Sommer schon gesehen, dass die Bezüge der Wände zwar noch hielten, das Schaumstoffmaterial dahinter jedoch bereits zu einer kompakten Staubmasse zersetzt war. 30 Jahre ist auch eine lange Zeit. Da es die ganze Nacht hindurch immer wieder in Strömen gegossen hatte, entdeckte ich in der Steuerbord Achterkabine einen nassen Fleck an der Wand. Auf der Suche nach der Ursache entfernte ich auch die Deckenverkleidung, hinter der eigentlich keine Kabel waren und entdeckte die Befestigungsschraube der oberen Handläufe beim Niedergang. Dort drang Wasser in nicht unerheblichen Mengen ein. Den Spuren nach zu urteilen, nicht erst seit heute. Ich fasste mir wiederum ein Herz und entfernte die Wandverkleidung, besser ich entfernte die oberen Klammern und die Verkleidung rollte fast von selbst herunter. Das war ja einfach. Somit wurde die TodoListe um den Punkt „Innenverkleidung besorgen und installieren“ ergänzt. Und weil ich schon mal damit angefangen habe, musste die ganze Kabine leiden.

Heute habe ich gleich noch die Kabel aus der Brüstung genommen und begann, die noch benötigten unter der Decke durchzuführen. Das Loch im Backskistenschott mach ich dann mit Epoxy zu.

Da die Dieselheizung leider auch nicht mehr funktioniert, sind die Warmluftröhren auch gleich rausgeflogen. Wenn ich dann wieder mal eine Heizung einbaue, führe ich diese Schläuche durch den Motorraum bzw. installiere einen netten Schwedenofen im Salon:-)

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Für die Winterarbeit wollte ich mich im aufgebockten Schiff noch etwas vorbereiten. Dazu sah ich mir die Verkabelei unter dem Niedergang genauer an.

Kabel im Motorraum

Ich wollte von Anfang an einen neuen Platz für den Solarregler finden weil er mir an seinem aktuellen Standort etwas exponiert erscheint. Nach den Wundertütenerfahrungen war ich sowieso etwas radikal eingestellt und so beschloss ich nach den folgenden Bildern, die Sache von Anfang an aufzurollen.

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Die Batterieleitung ist am Schalter mit deutlich kleineren Querschnitten unterklemmt, diese müssten eigentlich über eine Sicherung gehen.

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Das Batteriekabel konnte ohne Krafteinwirkung aus seinem Quetschkabelschuh gezogen werden!

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Damit war der Startschuss gegeben, ich wurde mutig und beschloss, die Hauptverteilung bereits jetzt anzugehen.

Zuerst wurden natürlich alle Batterien fachgerecht abgehängt und isoliert, wäre schade, wenn das Schiff ausgerechnet jetzt abbrennen würde. Der Ausbau der Schalter am Niedergangssockel und die Entfernung des Ladereglers waren eine Sache von wenigen Minuten. Danach konnte ich bereits an den Einbau des im Sommer beschafften neuen Sicherungshalters begonnen werden. Dieser wurde sofort an die Batterie angeschlossen. Meine hydraulische Presszange für die Kabelschuhe hat bereits gute Dienste geleistet. Damit ich nach der Arbeit ein kühles Bier geniessen konnte, war es notwendig, die wichtigste Leitung (die zum Kühlschrank) möglichst ohne Unterbruch an der Batterie zu lassen, dito mit der zweitwichtigsten, der Solarladeleitung, beide nun jeweils über eine Sicherung. Daher sieht es zu beginn etwas provisorisch aus. Damit das dann auch noch irgendwann ordentlich aussieht, sägte ich mir ein Sperrholzbrett zurecht, dass auf dem Rahmen des Batteriekastens seinen Platz finden soll.

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Der Boden war übrigens offen, weil ich die Bilge rausgewaschen habe und diese nun trocknen sollte und nicht, weil ich meine Balance trainieren wollte.

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Auf der linken Seite seht ihr die Kabel, die im Winter wieder ein Plätzchen am Strom erhalten werden (jedoch nicht alle)

Und so soll’s dann im Winter weitergehen.

– neues E-Panel in der Naviecke

– Verkabelung für die Beleuchtung wird weitgehend ersetzt

– alles wieder betriebssicher machen für die nächste Saison

bis bald…

Heute ist es soweit, die Stanfali macht einen längeren Landurlaub.

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Etwas mulmig war mir schon, ist ja auch mein erstes Mal. Aber Stanfali hat mich beruhigt, es sei schon alles in Ordnung. Sie hat ja auch Erfahrung. (Auf dem linken Bild im Hintergrund ist übrigens eine schweizer Produktion zu sehen: die Summerset. Hier gibt es mehr über das interessante Projekt.)

 

Bei der Gelegenheit haben wir gleich noch ein neues Rad montiert. Nun können wir Stanfali über eine Slipbahn selber bewegen 🙂

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Nun steht sie sicher auf Bock 150 im neuen Bereich (etwa beim roten Kreuz ganz unten links im Olivenhain, der heute aber ein Kiesplatz ist.)

Standort Stanfali 2014-2015

Jaja, die Elektrik.

Die Achterkabinen machen sich selbständig. Lisa war am Lesen als Fabian sein Licht anmachen wollte. Daraufhin hatten beide keinen Strom mehr.

Da ich gerade in Gedanken war, versprach ich den beiden, mir das später anzusehen. Während dem Nachtessen ist die Leuchte von Lisa’s Kabine plötzlich wieder hell geworden, ich hab’s in den Augenwinkeln vom Cockpit aus live gesehen. Geister auf dem Schiff!

Ich hab kurz nachgesehen, konnte aber nichts finden, die Pfunzel von Fabians Kabine hat dann auch funktioniert. Später am Abend haben sich dann beide dauerhaft verabschiedet. Die Sicherung ist durchgebrannt. Das war für mich Grund genug, die Sicherung nicht zu ersetzen. Die Pendenzenliste wuchs um einen Punkt: Geister austreiben!

Unser neues Familenmitglied wird zur Wundertüte.

Heute hab ich mir die Elektroinstallation genauer angeschaut. Ich wollte rausfinden, wie und wo ich einen Sicherungsverteiler anbringen könnte. Dabei hab ich etwas an den Kabeln im Motorraum gerüttelt.

Kabel im Motorraum

Nachdem ich mir meine Gedanken und Notizen gemacht hatte, wurde der Niedergang wieder verschlossen.

Etwas später wollte ich die Ankerkette etwas dichter holen, das Schiff war mir etwas zu nah an der Mauer. Doch die Winch bewegte sich keinen Milimeter. Wo ist denn der Strom geblieben?

Folglich war die Niedergangstreppe wieder offen und ich forschte nach der Ursache, es konnte doch nur mit meiner Rüttelaktion zu tun haben. Und natürlich wurde ich fündig:

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Das Kabel für die Motorstromversorgung rutschte ohne Kraftaufwand aus der Batterieklemme. Sowas aber auch.

Da McGuyver längst in Pension ist, kommt die hydraulische Presszange, die ich mir extra für das Schiff besorgt hab, erstmalig zum Zug.

Nun sieht es so aus:

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Das war’s, der Motorstromkreis hatte wieder Power und die Winch lief besser als je zuvor. Natürlich machte ich mir Gedanken betreffend der Elektrik (schon vor dem Kauf), die Dringlichkeit wurde nun um eine Stufe erhöht. Mehr dazu später.

Gegen 4 Uhr erwachte ich, weil die Kette des Heckankers über die Badeplattform abgerutscht ist. Er hielt zwar noch, jedoch waren die Böen so stark, dass ich mich zu  einem Frühstart entschloss. Wir verliessen nun aber die lauschige Bucht und fuhren dem Tag entgegen. Der Wind liess mit dem Abstand zu Kythnos rasch nach, wir liessen die Segel trotzdem oben, und die Kiddies schliefen noch mehr als eine Stunde bei uns im Cockpit. Die Sonne startete ihren Umlauf und der Wind frischte wieder auf. Wir konnten den Weg von Kyhtnos nach Paros vollständig unter Segeln zurückliegen. Was für ein langer Tag. Am späteren Nachmittag passierten wir die spannende Einfahrt in die Bucht von Paros-City. Wir legten uns vor den Campingplatz zwischen 3-4 anderen Yachten vor Anker und machten auch bald schon Feierabend. Noch ein paar Sterne zählen und ab in die Kojen.

Heute steht die erste grosse Passage an. Wir nehmen die 45 nm bis nach Kythnos in Angriff. Das Wetter ist wie die Tage zuvor Wolkenlos und damit wir auch irgendwann ankommen starteten wir um 6Uhr. Nach einer halben Stunde konnten wir einen wunderbaren Sonnenaufgang bewundern. Leider war der Tag sehr unspektakulär, wir mussten fast 10 Stunden unter Motor verbringen. Dafür hatten die Batterien spass. Da in der Nacht Winde aus N-NW angesagt waren, suchten wir uns auf Kythnos eine lauschige Bucht im Südosten der Insel. Nun hatten wir also eine Bucht gefunden, die uns vor NW-Wind schützen würde. Diese war jedoch so Eng, dass ich mich entschloss, einen Heckanker auszubringen um eine Drehung des Schiffes zu verhindern. Dann wurde gebadet, gegessen und Feierabend gemacht. Die Nacht begann unruhig, jedoch noch ungefährlich.