unser Leben auf 12 Metern

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Hallo ihr Lieben, die ihr diesen Blog verfolgt.

am 17.12. war es endlich so weit, ich bestieg meinen Flieger nach Athen. Unspektakulärer Flug (bis auf die Beinfreiheit)IMG_0035-0.JPG

, anschliessend Mietwagen übernehmen und in strömendem Regen Richtung Kilada fahren…

Ich hatte mich vorbereitet und so fuhr ich in Elefsina von der Autobahn um den naheliegendsten Praktiker-Markt aufzusuchen. Ich benötigte noch etwas Material wie Pinsel, Lack, Schleifpapier etc. was man halt so braucht.

Es gibt viele Arten, sich umzubringen, aber bei Wolkenbruch in einem Kleinwagen (Suzuki Atos) auf einer griechischen Autobahn in der Mitte zu fahren ist vermutlich die sicherste, links fahren sie mit 140, rechts 100 km/h weniger.

Völlig fertig erreichte ich nach dem Besuch im Lidl Stanfali. Es war schon ziemlich dunkel, zum Glück fand ich rasch eine Leiter, Strom wurde gelegt und etwas kleines gegessen.

Meine Plan für die folgenden Tage sah die finale Planung der Elektroverteilung, der Kabelführung und des Schaltpanels und erste Arbeiten vor. Falls die Zeit noch reichte, sollten verschiedene Holzgegenstände noch probeweise mit neuem Lack versehen werden. Zuerst aber musste das wichtigste Gadget eingebaut werden:

Die Gasdruckfedern für die Niedergangstreppe! So gross die Freude im Moment war, so unentbehrlich würden sie sich im Verlauf der Arbeiten entpuppen…

Gemäs meiner vorläufigen Planung wollte ich alle elektrischen Geräte und Verschaltungen hinter der Verkleidung am Naviplatz installieren. Dort hatte es nach der Inspektion im Herbst noch genug Platz für das Ladegerät, einen Wechselrichter und die Elektroverteilung.

Donnerstag, 18.12.2014

Am Donnerstag begann ich daher mit der Planung der Naviecke. Ich entfernte zuerst das Elektropanel. Alle Drähte wurden entsprechend beschriftet und die zur Zeit nicht benötigten zur Seite gelegt. Zum Schluss waren nur noch der Kühlschrank, die Wasserpumpe, das Salonlicht und die 12V Steckdose in Betrieb. Nach kurzem Vermessen fasste ich mir ein Herz und demontierte die komplette Front. Da lag sie nun, die neue Elektronische.DSC03454DSC03470  DSC03455

Nachdem ich die erste Zerstörung durchgeführt habe, wandte ich mich dem Check der Verkabelung, der Kabelwege und so weiter zu. Dabei fand ich ein paar Kabel, die offensichtlich nicht mehr verwendet wurden. Andere waren hinter der Deckenverkleidung versteckt. Um die ganze Verkabelungspracht überblicken zu können und um die Ursache des Wackelkontaktes in den Achterkabinen ermitteln zu können, demontierte ich die Verkleidungen und sah historische Kabeleien aus verschiedenen Epochen.DSC03473 DSC03468 DSC03458 DSC03457

Für heute hatte ich bereits genug gesehen und wollte früh ins Bett.DSC03485

DSC03460Freitag, 19.12.2014

Ich bin ja mit dem Vorsatz nach Griechenland gereist, die Kabel auf dem Schiff in Ordnung zu bringen. Dabei war ich aber nicht darauf vorbereitet, gleich das ganze Schiff neu zu bauen… ok, ganz so schlimm ist es doch nicht. Ich habe im Sommer schon gesehen, dass die Bezüge der Wände zwar noch hielten, das Schaumstoffmaterial dahinter jedoch bereits zu einer kompakten Staubmasse zersetzt war. 30 Jahre ist auch eine lange Zeit. Da es die ganze Nacht hindurch immer wieder in Strömen gegossen hatte, entdeckte ich in der Steuerbord Achterkabine einen nassen Fleck an der Wand. Auf der Suche nach der Ursache entfernte ich auch die Deckenverkleidung, hinter der eigentlich keine Kabel waren und entdeckte die Befestigungsschraube der oberen Handläufe beim Niedergang. Dort drang Wasser in nicht unerheblichen Mengen ein. Den Spuren nach zu urteilen, nicht erst seit heute. Ich fasste mir wiederum ein Herz und entfernte die Wandverkleidung, besser ich entfernte die oberen Klammern und die Verkleidung rollte fast von selbst herunter. Das war ja einfach. Somit wurde die TodoListe um den Punkt „Innenverkleidung besorgen und installieren“ ergänzt. Und weil ich schon mal damit angefangen habe, musste die ganze Kabine leiden.

Heute habe ich gleich noch die Kabel aus der Brüstung genommen und begann, die noch benötigten unter der Decke durchzuführen. Das Loch im Backskistenschott mach ich dann mit Epoxy zu.

Da die Dieselheizung leider auch nicht mehr funktioniert, sind die Warmluftröhren auch gleich rausgeflogen. Wenn ich dann wieder mal eine Heizung einbaue, führe ich diese Schläuche durch den Motorraum bzw. installiere einen netten Schwedenofen im Salon:-)

Heute ist es soweit, die Stanfali macht einen längeren Landurlaub.

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Etwas mulmig war mir schon, ist ja auch mein erstes Mal. Aber Stanfali hat mich beruhigt, es sei schon alles in Ordnung. Sie hat ja auch Erfahrung. (Auf dem linken Bild im Hintergrund ist übrigens eine schweizer Produktion zu sehen: die Summerset. Hier gibt es mehr über das interessante Projekt.)

 

Bei der Gelegenheit haben wir gleich noch ein neues Rad montiert. Nun können wir Stanfali über eine Slipbahn selber bewegen 🙂

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Nun steht sie sicher auf Bock 150 im neuen Bereich (etwa beim roten Kreuz ganz unten links im Olivenhain, der heute aber ein Kiesplatz ist.)

Standort Stanfali 2014-2015

Gegen 4 Uhr erwachte ich, weil die Kette des Heckankers über die Badeplattform abgerutscht ist. Er hielt zwar noch, jedoch waren die Böen so stark, dass ich mich zu  einem Frühstart entschloss. Wir verliessen nun aber die lauschige Bucht und fuhren dem Tag entgegen. Der Wind liess mit dem Abstand zu Kythnos rasch nach, wir liessen die Segel trotzdem oben, und die Kiddies schliefen noch mehr als eine Stunde bei uns im Cockpit. Die Sonne startete ihren Umlauf und der Wind frischte wieder auf. Wir konnten den Weg von Kyhtnos nach Paros vollständig unter Segeln zurückliegen. Was für ein langer Tag. Am späteren Nachmittag passierten wir die spannende Einfahrt in die Bucht von Paros-City. Wir legten uns vor den Campingplatz zwischen 3-4 anderen Yachten vor Anker und machten auch bald schon Feierabend. Noch ein paar Sterne zählen und ab in die Kojen.

Heute steht die erste grosse Passage an. Wir nehmen die 45 nm bis nach Kythnos in Angriff. Das Wetter ist wie die Tage zuvor Wolkenlos und damit wir auch irgendwann ankommen starteten wir um 6Uhr. Nach einer halben Stunde konnten wir einen wunderbaren Sonnenaufgang bewundern. Leider war der Tag sehr unspektakulär, wir mussten fast 10 Stunden unter Motor verbringen. Dafür hatten die Batterien spass. Da in der Nacht Winde aus N-NW angesagt waren, suchten wir uns auf Kythnos eine lauschige Bucht im Südosten der Insel. Nun hatten wir also eine Bucht gefunden, die uns vor NW-Wind schützen würde. Diese war jedoch so Eng, dass ich mich entschloss, einen Heckanker auszubringen um eine Drehung des Schiffes zu verhindern. Dann wurde gebadet, gegessen und Feierabend gemacht. Die Nacht begann unruhig, jedoch noch ungefährlich.

Nach einer unruhigen Nacht, in der Windspitzen bis 28 Knoten gemessen wurden und unser Anker uns trotzdem sicher gehalten hat, machten wir uns auf den Weg nach Ermioni. Gleich nach der Passage der Buchtausfahrt setzten wir die Segel. Ein mässiger Wind aus NW beschleunigte uns auf gut und gern 6 Knoten. Vorbei an Spetses führte uns der Weg schnurstracks in eine Flaute. Wir nutzten diese für einen Badeplausch mitten im Meer. Nachdem die Flaute ausgestanden ist und der Wind nun aus Süd kommt, setzen wir unseren Weg in Richtung Ermioni fort. Ereignislos passieren wir den Ostzipfel von Hydra und kurze Zeit später machen wir wieder römisch-katholisch in Ermioni an der Aussenmole fest. Wir kauften uns noch ein paar Lebensmittel, reservieren für den Znacht (war aber eigentlich nicht notwendig) und machten etwas Siesta… Dann ein feines Znacht im ältesten Restaurant am Platz und dieser Tag war auch bereits Geschichte.

Heute warf ich zuerst einen Blick in die Bilge. Trocken!

Ein Besuch beim Yachtyardmanager Evangelos Iliou stand an. Wir wollten nach dem Paket von SVB fragen. Dort drin sind ein paar Teile für wichtige erste Projekte, die es im Sommer zu verwirklichen galt. Der freundliche Herr wusste leider gar nichts über dieses Paket. Nunja, wie auch immer… wir wollten ja heute unsere Reise nach Paros beginnen. So kann ich auch etwas Urlaub machen.

Die Fahrten von und zu stanfali wurden übrigens im Rahmen der Dinghy-Fahrschule von den Kindern absolviert. Die ersten Meter sind ja die schwierigsten und so bekundeten beide Mühe beim geradeausfahren und Kurshalten. Motor anlassen war noch gar nicht möglich… Aber das wird schon…

Die Reise begann also mit dem ersten Schritt, der Einweisung der Crew. Die vielen do’s und dont’s ergaben Hunger und nach dem Mittagessen fuhren wir los. Wettercheck auf dem Navtex, keine Warnungen, SW 3-4 versprachen angenehmes Segelwetter bis Porto Heli; ist ja auch furchtbar weit weg. Die Crew machte von nun an eine steile Lernkurve mit. Mooring tief, um das Wrack herum, in tieferes Fahrwasser, durch den Schiffsalat in der Bucht, zwischen Kilada und der Privatinsel durch und dann Richtung SW, um die erste Ecke, endlich segelbarer Wind, Tücher hoch, der Crew erklärt, was Grossschoten und Genuaschoten sind, fieren und dichtholen bedeutet, und dann gemütliches Cruisen bis Porto Heli. Motor an, Tücher runter, Anker vorbereiten und dann, etwas nervös, meinen ersten Anleger römisch-katholisch überhaupt durchführen. Erster Anlauf, hat geklappt. Mann, bin ich zufrieden!

Wir wollten nur schnell einkaufen und dann in die Ankerbucht verholen. So ist die Crew aufgebrochen, dem nahen Supermarkt einen Besuch abzustatten. Ich sollte in ein paar Minuten nachkommen, um die schweren Sachen zu schleppen. Die Zwischenzeit benutzte ich, etwas klar Schiff zu machen. Ich musste meinen Adrenalinspiegel noch etwas anschauen, dann verschwand dieser und ich konnte mich auf’s schleppen konzentrieren.

Der Ableger war dann bis auf das Problem mit der Kette, die sich beim Einholen gerne etwas türmt, bis es dann zu Eng wird und die Kette verklemmt, unspektakulär und das folgende Ankermanöver fast schon langweilig, alles hat geklappt und wir badeten noch etwas in der Brühe.

Was z’essen und dann ab ins Bett. War eigentlich geplant, aber eben, der Wind frischte auf, und ich war zum ersten mal alleinverantwortlich. Somit musste ich auch gucken, ob der Anker hält. Ich steckte noch etwas Kette und legte mich dann wieder hin. Ich kann es vorweg nehmen, der Anker hat bislang jedes mal gehalten, wenn er eingegraben war. Das konnte ich aber noch nicht wissen und wachte immer wieder auf um mich zu orientieren. Und so ist auch diese Nacht vorüber gegangen. Irgendwann ist noch so ein Seglerungetüm angekommen, zuerst habe ich gedacht, der driftet auf uns zu bis ich gemerkt habe, dass der enorm gross ist und sehr weit weg. Keine Panik Stephan.

Die erste Nacht mit der ganzen Familie verlief sehr ruhig. Anders sah es dann am Morgen aus. Zuerst ahnte noch keiner was. Dann frage Angie, wass dass den für Flecken seien auf den Bodenbrettern, die habe sie gestern schon gesehen… Ich hob die Bilgenbretter hoch und was musste ich sehen, Wasser Wasser Wasser…. Sonshit… der Geschmackstest verriet nichts gutes, das Wasser war salzig. Nun lief alles wie im Film ab. Wasser raus und Quelle suchen.

Zuerst mal musste das Wasser weg. In der Hektik vergass ich die Lenzpumpe, wir hoben als erste Familientat auf dem Schiff 15 – 20 volle 10 Liter Eimer durch die Salonluke. So was aber auch. Als die erste Überschemmung weg war, machte ich mich auf die Suche nach dem Leck. Schnell konzentrierte ich mich auf die Seewasserfusspumpe. Als Angie diese gestern verwendete um zu Spülen fiel ihr auf, dass auf dem Boden unter der Pumpe eine kleine Wasserlache war. Ausserdem roch es nach verfaulten Eiern… zum Glück nur kurz.

Das Bodenbrett unter der Pumpe wurde entfernt und tatsächlich, ein kleines Rinnsal ergoss sich. Der Bereich wurde komplett getrocknet und das Rinnsal war immer noch da. Nun das Seeventil zu und nochmals trocknen. Jetzt war gut. Das Übel war gefunden. Die Membran der Fusspumpe ist defekt. Diese auszubauen dürfte eine Winterarbeit werden.

Beim Trocknen der Bilge entdeckte ich ein paar Sachen, die ich korrigieren muss. Zum Beispiel sind die Löcher, die die Bilgensektionen miteinander verbinden, sind teilweise verstopft. Da eh alles feucht war, benutzte ich die Gelegenheit und drang dabei in Galaxien vor, die nie zuvor ein Mensch gesehen hattte… ich klemmte mir sogar die Hand unter der Küchenkonsole so ein, dass ich nur mit Mühe und etwas Spüli wieder raus kam. Kein Wunder war diese Ecke der Bilge nicht neu gestrichen worden. Auch die Verkabelung des Ankerspill will überarbeitet werden. Wo die Kabel überall durchgehen und an den Kanten scheuern, geht über keine Kuhhaut. Die Abstützung der Bodenbretter werde ich überarbeiten, teilweise sind die Stösse so gelegt, dass die Bretter über die runden Auflagen abrutschen können. Sieht original aus. Der Einwand, das hat nun 30 Jahre so gehalten lasse ich zwar gelten weil es stimmt, aber ich kann das mit geringem Aufwand so korrigieren, dass die Knarrerei aufhört und die Bretter auch gut rein- und rausgehen.

Wir fuhren nach dem Schock an die kleine Ankerbucht um die Ecke. Dort konnten die Kinder erstmal ein Bad im Meer nehmen. Das war ein Schauspiel! Ich trocknete weiter an der Bilge rum und fand noch ein paar Sachen zum Ändern 🙂

Nach gut 3 Stunden traten wir dann den kurzen Rückweg an die Mooring an. Es war bereits wieder am eindunkeln und hungerstillen stand zuoberst auf der Todo-Liste.

 

Nachdem wir akustisch aus der Kabine geworfen wurden, haben wir Flugs gepackt und dann 20 Minuten gewartet bis die Garage geöffnet wurde. Zuvorderst war eine Türe offen, da konnte den Matrosen beim Anlegemanöver zugeschaut werden. Knochenjob. Dann ist wieder alles ganz schnell gegangen und wir stehen im Verkehrsgewusel von Patras.

Über ein paar Umwege kommen wir auf die Schnellstrasse nach Korinth, Autobahn kann man dieser Piste leider nicht sagen, aber man kommt schnell voran. Die Griechen sind fleissig und haben alle Kilometer wieder eine Baustelle, es soll mal eine Autobahn werden. Wir sehen dann…

Korinth, das Kaff kenne ich von den Besichtigungen, denke ich. Nix da. Ich hab mich mal ordentlich verfahren. Eigentlich wollte ich zum Supermarkt, der so quasi an der Strecke nach Kilada lag, das letzte mal wenigstens noch. Aber, wie ich später feststelle, ich bin halt einfach 10 Kilometer zu früh ab der Piste. Hier sieht irgendwie alles vertraut aus, kann auch daran liegen, dass alles irgendwie gleich aussieht. Wie auch immer, mit der Nase im Wind findet man den Konsumtempel auch von der anderen Seite, es dauert halt etwas… Frisch verpflegt nehmen wir den Rest unter die Räder. Angie fährt und ich schaue mir die Ggegend an. Im Hochsommer ist es hier noch trockener als im Frühsommer. Und die Griechen fahren wie sie wollen. Wir haben fast kein Diesel mehr, es sollte aber bis Kilada reichen (tut es dann auch).

Der erste Bergpreis bei Epidavros geht verloren wegen eines Lastwagens, dafür wurde er Reifen-, Nerven- und Tankschonend absolviert. Der zweite konnte fast gewonnen werden, allerdings war da noch so ein Grieche, der im Weg stand… egal. Die Windmühlen zur rechten konnten wir nun zur Bucht wo unsere Stanfal lag heruntersehen. Das Herz schlug höher, mit jedem Meter.

Dank rechtzeitiger Ansage erwischte Angie den Abzweiger nach Kilada beim ersten Mal. Und schon standen wir vor der Einwasserstelle. Wir machten es etwas spannend und fragten die Kiddies, welches Schiff denn unseres sei, vom Kat über Ketsch hatten wir dann alles im Programm, aber schliesslich gab sich Stanfali zu erkennen. Freude herrscht!

Mit dem korintschen Ausritt sind wir dann auch gute 1-2 Stunden später als ursprünglich angekündigt angekommen. Philipp stand dennoch bereit und setzte uns über. Herzlichen Dank dafür.

Aus der Dinghifahrschule wurde dann leider noch nichts, und nach einem kleinen Nachtessen sind wir alle todmüde ins Bettchen gefallen.

Ein toller Tag…

Griechenland wir kommen!

Der Wecker geht ab. Es ist 01:30. Dienstag, 8. Juli 2014. Ich kratze mich am Kopf, es ist so weit. Das Auto ist gepackt, getankt. Ich fühle mich Ausgeschlafen 😉 bin aber hellwach. Leise werden die letzten Vorbereitungen getroffen, die Kinder sollen noch nicht erwachen. Kühltasche runterbringen, Kinder Wecken, und es geht auch schon los. Wir fahren nach Griechenland. So geil!

Schon beim Aufstieg zum Gotthard, Stau ist heute Mangelware, beginnt es zu Regnen. Die Schweiz macht uns das Verlassen einfach. Nach dem Gotthard wirds immer schlimmer mit dem Regen, teilweise gibt es akutes Aquaplaning, zum Glück bin ich so wach… Rasch sind wir in Coldrerio, da wird noch mal gepieselt, die Beine vertreten und weiter gehts.

Kurz nach der Grenze hört der Regen auf, es wird das letzte mal für 3 Wochen sein, dass wir ein nasses Auto haben.

Der Tag erwacht langsam, ausser der kurzen Umleitung in Saronno wegen eines Unfalles gibt es auf der Strecke bis Ancona keine Besonderheiten. um 09:30 sind wir bereits in der Eincheckhalle, Lisa und ich besorgen uns die Tickets und kurze Zeit später warten wir am Fähranleger. Der Topf ist bereits da. Imposante Grösse, keine Frage. Wann bin ich eigentlich das letzte mal mit so einer Fähre unterwegs gewesen…. ist noch gar nicht so lange her, allerdings ohne Auto war ich mit Ralph die kleine Trireme 38 in Uusikaupunki besuchen.

Um 11 Uhr dürfen wir rein. Genial. Kurzes geholper bei den Rampen und schon stehen wir auf Deck 7 fast auf Pole-Position zum rausfahren in Patras.

Alle sind etwas hektisch (warum eigentlich?), und keine 5 Minuten später sind wir auch schon in unserer gemütlichen 4-Bett Innenkabine. Klima ist voll eingestellt und es fühlt sich an wie im Kühlschrank. Nett.

Die Strapazen der Reise lassen sich nun nicht mehr verbergen und wir machen einen kurzen Vor-Mittags-Erholungspowernuck. Das ist ja was, die Kiste ist immer noch im Hafen und wir haben bereits eine Stunde geschlafen.

Die folgenden 24 Stunden vergehen bei mir wie im Fluge, ich weiss noch, dass wir an Deck etwas gegessen haben, dann wieder runter, anschliessend in die zweitvorderste Lounge, Abendessen im Restaurant achtern, Schlafen, wieder erwachen, Igoumenitsa von oben (nur der Hafen), noch etwas rumstreunen und schon ist die Ansage, dass wir die Kabinen räumen müssen da Patras in der Nähe sei…