unser Leben auf 12 Metern

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Die erste Nacht mit der ganzen Familie verlief sehr ruhig. Anders sah es dann am Morgen aus. Zuerst ahnte noch keiner was. Dann frage Angie, wass dass den für Flecken seien auf den Bodenbrettern, die habe sie gestern schon gesehen… Ich hob die Bilgenbretter hoch und was musste ich sehen, Wasser Wasser Wasser…. Sonshit… der Geschmackstest verriet nichts gutes, das Wasser war salzig. Nun lief alles wie im Film ab. Wasser raus und Quelle suchen.

Zuerst mal musste das Wasser weg. In der Hektik vergass ich die Lenzpumpe, wir hoben als erste Familientat auf dem Schiff 15 – 20 volle 10 Liter Eimer durch die Salonluke. So was aber auch. Als die erste Überschemmung weg war, machte ich mich auf die Suche nach dem Leck. Schnell konzentrierte ich mich auf die Seewasserfusspumpe. Als Angie diese gestern verwendete um zu Spülen fiel ihr auf, dass auf dem Boden unter der Pumpe eine kleine Wasserlache war. Ausserdem roch es nach verfaulten Eiern… zum Glück nur kurz.

Das Bodenbrett unter der Pumpe wurde entfernt und tatsächlich, ein kleines Rinnsal ergoss sich. Der Bereich wurde komplett getrocknet und das Rinnsal war immer noch da. Nun das Seeventil zu und nochmals trocknen. Jetzt war gut. Das Übel war gefunden. Die Membran der Fusspumpe ist defekt. Diese auszubauen dürfte eine Winterarbeit werden.

Beim Trocknen der Bilge entdeckte ich ein paar Sachen, die ich korrigieren muss. Zum Beispiel sind die Löcher, die die Bilgensektionen miteinander verbinden, sind teilweise verstopft. Da eh alles feucht war, benutzte ich die Gelegenheit und drang dabei in Galaxien vor, die nie zuvor ein Mensch gesehen hattte… ich klemmte mir sogar die Hand unter der Küchenkonsole so ein, dass ich nur mit Mühe und etwas Spüli wieder raus kam. Kein Wunder war diese Ecke der Bilge nicht neu gestrichen worden. Auch die Verkabelung des Ankerspill will überarbeitet werden. Wo die Kabel überall durchgehen und an den Kanten scheuern, geht über keine Kuhhaut. Die Abstützung der Bodenbretter werde ich überarbeiten, teilweise sind die Stösse so gelegt, dass die Bretter über die runden Auflagen abrutschen können. Sieht original aus. Der Einwand, das hat nun 30 Jahre so gehalten lasse ich zwar gelten weil es stimmt, aber ich kann das mit geringem Aufwand so korrigieren, dass die Knarrerei aufhört und die Bretter auch gut rein- und rausgehen.

Wir fuhren nach dem Schock an die kleine Ankerbucht um die Ecke. Dort konnten die Kinder erstmal ein Bad im Meer nehmen. Das war ein Schauspiel! Ich trocknete weiter an der Bilge rum und fand noch ein paar Sachen zum Ändern 🙂

Nach gut 3 Stunden traten wir dann den kurzen Rückweg an die Mooring an. Es war bereits wieder am eindunkeln und hungerstillen stand zuoberst auf der Todo-Liste.